[Dortmund][Gedächtnisprotokoll] – Polizeigewalt bei Demo gegen Nazis

Dortmund
In Absprache mit @Non0fTheAbove veröffentlichen wir hier das Gedächtnisprotokoll welches angelegt wurde, um die gewalttätigen Übergriffe der Polizei (Thüringen) festzuhalten. Viele von uns werden sich schon in so einer (ähnlichen) Situation befunden haben und werden sich vielleicht darin wiederfinden. Danke dir für’s Teilen und viel Kraft weiterhin!

Gedächtnisprotokoll zu #do1404:
    
Wie so viele andere Aktivist*innen folgte ich letzten Samstag dem deutschlandweiten Aufruf an der Blockade des Naziaufmarsches am 14. April in Dortmund teilzunehmen. Kurz vor Ende der Kundgebung 
der Faschos wurde unsere Kette von dem BFE Thüringen attackiert. Zum Zeitpunkt des Angriffes war es ca. 16:30 und ich befand mich auf der linken Seite der Kette. Die Beamt*innen kamen von der Seite und
zogen mich mit einem Schmerzgriff (an meinem Hals und meiner Nase) aus der Kette heraus und schlugen mir mit einem Schlagstock auf den Rücken. Ein Freund versuchte mir noch zu helfen, doch auch er 
bekam die Gewaltbereitschaft der Polizist*innen zu spüren. Ab diesen kurzen Moment setzt meine Erinnerung für ca. 3 Millisekunden aus. Das nächste woran ich mich erinnern kann, ist das ich eine 
Böschung an der U-Bahn Haltestelle Möllerbrücke hinunter geschliffen werde und ich lautstark von den Polizist*innen angeschrien werde. In der Böschung schlugen sie weiter auf mich ein, doch zum
Glück schaffte ich es meine Hände vors Gesicht zu halten und mich in Bauchlage zu begeben. Dies wurde von den Polizist*innen unglücklicherweise als Widerstand gewertet, so dass sie mir anfingen
den linken Arm auszurenken und drohten diesen zu brechen sollte ich nicht augenblicklich aufhören Widerstand zu leisten. Ich wurde aufgerichtet und sofort erkennungssdienstlich behandelt. 
Hierbei wurden meine Personalien aufgenommen und die Polizist*innen erklärten mir, dass ich mich grade vermummt hätte und dies eine Straftat darstellen würde. Danach fragten sie mich ob sie
mir wehgetan hätten und ob von mir nun weitere Gewalt ausgehen würde. Ich verneinte dies, sonst habe ich aber nichts weiter gesagt, um mich und meine Bezugsgruppe nicht zu gefährden. 
Danach wurden meine Personalien aufgenommen und Fotos von mir von allen Seiten gemacht, wobei letzteres sich unangenehm darstellte, da auch hier ein Schmerzgriff an meiner Hand folgte.
Nach den Fotos wurde ich noch durchsucht, dennoch haben die Polizist*innen nichts weiter gefunden was mich hätte belasten können. Zudem beschlagnahmten sie mir meinen Schlauchschal und wie
ich im Nachhinein feststellte, auch meine beiden Tafeln Schokolade. Während der Durchsuchung erklärten sie mir nun, dass ich nun die Anzeige Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte und eine gegen 
das Vermummungsverbot bekommen würde. Nach 10 Minuten wurde mir dann gesagt ich wäre entlassen.
Quelle: