[Dresden] Verfahren von Rassisten ohne Prozess eingestellt

Dresden / Sachsen

Am 6. Oktober 2013 wurden in Dresden ein Kolumbianer und ein Inder von mehreren Menschen geschlagen, rassistisch beleidigt, mit Steinen beworfen und bis zum Auto verfolgt. Drei der gestellten Männer wurden daraufhin Anfang 2015 angeklagt, also eineinhalb Jahre nach der Tat. Am 07.09.2017 wurde nach mehreren Verzögerungen und Verschleppungen das Verfahren schließlich eingestellt, ohne Prozess, ohne Schuldspruch, ohne Urteil.

Drei Dresdner im Alter von 26 bis 29 Jahren wurden Anfang 2015 angeklagt. Schon das war nicht wirklich schnell. Doch Strafrichter Herbert Dietz am Amtsgericht Dresden, auf dessen Tisch die Anklage damals landete, hat das locker getoppt. Ende Oktober 2015, inzwischen mehr als zwei Jahre nach der Tat, setzte Dietz den ersten Prozess an. Eile war auch da nicht im Spiel. Doch es sollte schlimmer kommen. Der Termin platzte, weil nur ein Angeklagter einen Verteidiger hatte. Im Frühjahr 2016 platzte ein zweiter Anlauf wegen Krankheit eines Angeklagten, im August 2016 platzt der dritte Anlauf, weil ein Angeklagter angeblich nicht habe geladen werden können. Danach war das richterliche Interesse an der Strafverfolgung offensichtlich vollends erloschen. Ein ganzes Jahr passierte wieder – nichts.

Die sächsische Justiz hat einmal mehr kein Interesse daran, rassistische Straftaten aufzuklären und sie klar als diese zu benennen.

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