[Lutheran] Betroffener von MEK-Einsatz freigesprochen

Lutheran

Vor 2 Jahren wurde ein Mann, der in einem geliehen Pick-Up fuhr Opfer von fehlerhafter Polizeiarbeit und massiver Polizeigewalt. Der Mann wurde Opfer einer Verwechslung und wurde von MEK-Beamt*innen verfolgt. Da diese komplett schwarz und mit Sturmhauben bekleidet waren, konnte der Betroffene nicht ausmachen, dass es sich um Polizist*innen handelte, geriet in Panik, weil er dachte er sei Opfer eines Überfalls und versuchte zu flüchten. Bei diesem Versuch wurde ihm von einem der Beamt*innen in den Kopf geschossen. Er lag mehrere Tage im Koma und verlor dabei ein Auge. Als wäre er damit nicht genug gestraft gewesen, wurden ihm auch noch gefährliche Körperverletzung und Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte vorgeworfen. In diesem Fall ein an Ekelhaftigkeit kaum zu überbietender Schachzug der Polizei, um den völlig fehlgeschlagenen Einsatz glatt zu bügeln. Der Beamte der die Waffe abfeuerte wurde selbstverständlich freigesprochen, habe er doch nur seine Kolleg*innen schützen wollen.

Immerhin wurde der Betroffene nun von den absurden Vorwürfen freigesprochen, dennoch zeigt es anschaulich, wie absurd und ekelhaft dieser Polizeiapparat funktioniert und Unschuldige zum Opfer werden.

Der Richter übte deutliche Kritik am Vorgehen der Polizei. Der MEK-Einsatz sei “schlecht vorbereitet und unprofessionell durchgeführt” worden. So sei etwa die Zielperson mit einem sechs Jahre alten Foto gesucht worden. Dabei sei der junge Mann vor dem Zugriff mit einem Begleiter in einem Baumarkt gewesen und habe sich außerhalb des Autos bewegt. Es wäre möglich gewesen, den Beschuldigten dabei zu fotografieren und das Bild von Kollegen in Hamburg abgleichen zu lassen. Der Richter sprach dem Angeklagten sein Mitgefühl aus. Der 29-Jährige reagierte erleichtert. “Vom Opfer zum Angeklagten zu werden, war schon schwer für mich”, sagte er.

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