[Marl] Polizei fordert Schadensersatz nach Schüssen

Marl

Einige dürften die Täter-Opfer-Umkehr von Polizist*innen ganz gut von Demonstrationen kennen. Wird man von den Polizist*innen nieder geprügelt und kommt auf die Idee diesen Vorfall anzuzeigen hat man recht schnell eine Anzeige wegen Widerstand auf Vollstreckungsbeamte am Hals. Deutlich absurder ist ein Fall aus Marl, bei dem 2 Polizist*innen einen psychisch kranken Mann, der mit dem Fahrrad auf der Autobahn fuhr, angeschossen haben. Nach dem dieser vor den Polizist*innen flüchtete und einen Gegenstand aus seiner Tasche holte, schossen die Beamt*innen sofort auf ihn. Der Mann wurde schwer am Bein verletzt. Glaubt man nun eventuell, dass der Mann Anspruch auf Schadensersatz hat, weil der Einsatz völlig übertrieben war, staunt man nicht schlecht, dass die eingesetzten Polizist*innen den Spieß umdrehen und stattdessen den Betroffenen auf Schadensersatz verklagen. Die Beamt*innen seien nach dem Einsatz auf Grund psychischer Probleme dienstunfähig gewesen und konnten Zeitweise nicht mehr arbeiten.

Der Mann soll nun 5.800 Euro zahlen, seine Anwältin hat die Forderung der Polizei jedoch zurückgewiesen. Laut ihr hätte der Einsatz so nie stattfinden dürfen. Der Beamte hätte dem Verdächtigen nicht alleine nachstellen dürfen. Die Polizei verweist auf die Rechtslage, nach der der Verursacher eines Polizeieinsatzes auch für die Folgen aufzukommen habe.

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